Chest-Pain-Unit

Chest-Pain-Unit

Der akute Herzinfarkt – Schnelles Handeln ist gefragt

Jeder weiß, dass es bei einem Myokardinfarkt (Herzinfarkt) auf jede Minute ankommt und ein schnelles Erkennen und Handeln gefragt ist. Der akute Herzinfarkt ist in Deutschland sowie in den Industrienationen immer noch die mit Abstand häufigste Todesursache. Trotz kontinuierlicher Verbesserungen in der Diagnostik und Behandlung des Herzinfarktes waren 2005 noch immer nahezu 45 Prozent aller Todesfälle in Deutschland auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen (Lenfant C. Shattuck lecture – clinical research to clinical practice – lost in translation? N Engl J Med 2003;349:868–74.). In der Praxis dauert es im Durchschnitt zu lange, bevor eindeutig geklärt ist, ob die akute Symptomatik ihre Ursache in einem akuten Koronarsyndrom hatte oder nicht.

Leistungsspektrum

Die Abteilung für Kardiologie in der Ammerland-Klinik hat sich mit dem Oberarzt, Dr.  Pete Eberhardt zum Ziel gesetzt, diese Zeit durch eine Optimierung der Prozesse und durch die Schulung des Personals drastisch zu verkürzen und dadurch die medizinische Ergebnisqualität zu erhöhen. Die Optimierung erfolgt durch die Einrichtung einer Chest-Pain-Unit (CPU) (engl. für Brustschmerz-Einheit) und der Umsetzung entsprechender Vorgaben und Standards. Eine Chest-Pain-Unit ist eine Diagnostik- und Therapieeinheit im Krankenhaus zur Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) hat Kriterien zum Betrieb einer CPU erstellt. Interessierte Kliniken haben die Möglichkeit, sich nach diesen Vorgaben zertifizieren zu lassen, um somit einen Nachweis ihrer Qualität zu erbringen. Laut DKG stellt der Begriff CPU ein Gütesiegel dar, welches eine bessere Patientenversorgung garantieren soll. Nach Studien aus den USA und England haben Patienten mit akutem Koronarsyndrom eine deutlich bessere Prognose als in anderen Einrichtungen.

Die Organisationsform erfolgt nach Vorbild einer Stroke Unit (Schlaganfallstation) der Neurologie, die schon seit Jahren erfolgreich in der Ammerland-Klinik für die Versorgung von Patienten mit Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen im Kopf zuständig ist. Anfang 2013 hat sich die Kardiologie der Ammerland-Klinik erfolgreich diesem Verfahren gestellt und das Zertifikat erhalten. Zurzeit sind ca. 150 Kliniken nach den Vorgaben der Fachgesellschaft als CPU zertifiziert. Der nordwest-deutsche Raum ist dabei jedoch noch ein weißer Fleck auf der Landkarte der zertifizierten CPU´s. Neben der Ammerland-Klinik in Westerstede befinden sich die nächsten anerkannten Einrichtungen in Bremen und Bremerhaven.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Kardiologischen Abteilung.