Die Trichterbrust

Thoraxzentrum

Die Trichterbrust

Die Trichterbrust ist eine Thorax-Deformation, die bei ungefähr einem von 1000 Kindern vorkommt (m:w 4:1). Das nach innen gerichtete Brustbein kann Druck auf lebenswichtige Organe ausüben, was zur Einschränkung des Organwachstums führen kann. DieTrichterbrust ist angeboren und „verwächst“ sich nicht im Kinder- und Jugendalter. Die Trichterbrust ist beim Säugling oft nur schwach ausgeprägt, nimmt in der Kindheit jedoch zu und verstärkt sich oft erheblich in der Pubertät.

Kinder und Jugendliche sind meist beschwerdefrei, da ihr Brustkorb noch dehnbar und elastisch ist, und die Organe sich oft ohne Funktionsverlust an die Verformung des Brustkorbs anpassen können. Die Trichterbrust kann aber zur Einengung des Brustraumes und dadurch zu Herz- und Atembeschwerden und zur Minderung der Leistungsfähigkeit führen. Auch Rückenbeschwerden durch Fehlbelastung und vorzeitiger verschleiß der Wirbelsäule sind nicht selten.

Die Jugendlichen versuchen oft , durch gekrümmte Haltung die Deformität vor der Umwelt zu verbergen, was zu Folgeschäden führen kann.Vor allem die psychische Belastung der Patienten in der Pubertät erzeugt einen oft unterschätzten, hohen Leidensdruck.

Vor allem Kinderärzte sollten die Eltern frühzeitig beraten und bei entsprechend günstiger Deformation des Brustbeins ihre Patienten zu einer fachkompetenten Beratung in der thorax-chirurgischen Abteilung der Ammerland-Klinik kurzfristig vorstellen.

Die Nuss-Methode

Diese minimal-invasive Technik wurde 1987 von Dr. Donald Nuss in Norfolk/Virginia (USA) entwickelt. Hierbei wird eine Stützplatte implantiert, die 3 Jahre im Körper verbleibt. Sie drückt das Brustbein - quasi wie eine große Zahnspange - nach außen. Bei dieser Operationstechnik sind lediglich zwei kleine Hautschnitte rechts und links des Thorax nötig, so dass die Nuss-Technik im Vergleich zur offen-chirurgischen Korrektur gleich mehrere Vorteile bietet:

  • minimal-invasive Operationsmethode
  • verkürzte Operationsdauer
  • Minimaler Blutverlust
  • Rasche Rekonvaleszenz
  • Sichere Langzeitkorrektur
  • Hervorragende kosmetische Langzeitergebnisse

Für wen ist die Nuss-Methode geeignet? ...und nach der Operation?

Die Nuss-Technik ist nicht für jeden Patienten geeignet.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

Ideales Alter zwischen 10 und 16 Jahren, wenn Rippen und Knorpel weder zu weich noch zu starr sind, Haller-Index (Verhältnis von Querdurchmesser des Thorax zur Strecke tiefster Trichterpunkt zu Wirbelsäule) von 3,2 oder höher, Vorliegen von Beschwerden (z.B. Herzkompression, anormale Lungenfunktion, psychologische Leiden). Möglichst symmetrische Trichterbrust. Bei unsymmetrischen Trichterbrüsten kommt eventuell eine modifizierte Technik in Frage.

Am ersten oder zweiten Tag nach der Operation dürfen unsere Patienten mit Unterstützung bereits aufstehen, duschen oder Baden frühestens am 5. Tag nach OP. Entlassung, sobald keine Unterstützung mehr notwendig ist. Nach der Entlassung:

  • Schonung, Atemübungen,
  • gerade Körperhaltung
  • kein schweres Heben innerhalb der ersten 2 Monate,
  • kein Kontaktsport innerhalb der ersten 3 Monate nach OP