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Auch in der Urologie gibt es eine Reihe von bösartigen Erkrankungen. Im Einzelnen sind dies das Prostata-, das Blasen-, das Nieren-, das Hoden- und das Peniskarzinom. Die Klinik für Urologie und Kinderurologie der Ammerland-Klinik Westerstede ist ein kompetentes Urologisches Zentrum für die operative Therapie all dieser Tumoren. So führen wir routinemäßig die radikale Prostatektomie, die organerhaltende Nierentumorchirurgie und die Entfernung der Harnblase mit Harnableitung auch durch Blasenersatz durch. Eine detaillierte Aufstellung finden sie am Ende dieser Seite. Im Folgenden beschreiben wir die Diagnose "Krebs" im Allgemeinen. Was ist Krebs? Krebs entwickelt sich, unabhängig davon, um welche Krebsart es sich handelt, immer in den Zellen unseres Körpers. Der Körper besteht aus vielen verschiedenen Zellarten. Diese wachsen, teilen und vermehren sich normalerweise nur soweit, wie es zur Erhaltung der Gesundheit und der Funktionstüchtigkeit des Körpers notwendig ist. Manchmal jedoch geraten die Zellen außer Kontrolle und Teilen sich immer weiter, obwohl gar keine neuen Zellen benötigt werden. Die überschüssigen Zellen bilden eine Geschwulst, auch Tumor genannt. Tumore können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Gutartiges Gewebe ist kein Krebsgewebe und wächst, wenn es entfernt wurde nicht nach. Bösartige Tumore nennt man Krebs. Die Zellen in diesen Geschwulsten sind krankhaft verändert und teilen sich unkontrolliert und planlos. Sie können in umliegende Gewebe und Organe eindringen und diese zerstören. Sie können sich auch vom Tumor lösen und in die Blutbahn oder das Lymphatische System eindringen und sich auf diesem Weg in andere Körperregionen ausbreiten. Diese Absiedelungen in anderen Köperregionen nennt man Tochtergeschwulste oder auch Metastasen. Die meisten Krebsarten werden nach dem Organ in dem sie zuerst entstanden sind benannt (Primärtumor). Wenn diese Krebszellen in andere Körperteile eindringen, besteht der neue Tumor aus den gleichen Zellen wie der ursprüngliche Tumor. Es ist ein metastasierter Tumor und keine neue Geschwulst. Der Umgang mit der Diagnose Krebs Die Diagnose „Krebs“ ist für den Patienten und auch für seine Angehörigen ein Schock. Der Umgang mit der Krankheit ist für alle sehr schwer. Leicht können soziale Konflikte zwischen dem Kranken und seiner Umgebung auftauchen. Ursache ist die große Unsicherheit über das angebrachte Verhalten. Familie, Freunde, Bekannte und Kollegen empfinden Mitleid und Anteilnahme. Sie sind aber verunsichert darüber, wie und ob sie über ihre Gedanken mit dem Betroffenen sprechen sollen. Dies kann dazu führen, das sie sich unbewusst distanzieren. Die Diagnose Krebs betrifft also nicht nur den Kranken, sondern sein gesamtes Umfeld. Die Fragen, die sich aus der Verunsicherung, der Ängstlichkeit und Traurigkeit ergeben sollten besprochen werden. Ein Versteckspiel der Gefühle und Sorgen ist nur schwer durchzuhalten und erfordert mehr Kraft als offen zu reden. Seelsorger und erfahrene Kräfte können hier Hilfestellung geben. In vielen Städten gibt es zusätzlich spezielle Beratungsstellen für Krebspatienten und ihre Angehörigen. Sollten Sie Fragen haben, rufen Sie uns doch einfach an: Telefon 04488 50 - 2570. Prostatakarzinom Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 30.000 Männer an Prostatakrebs. Das Prostatakarzinom ist die häufigste Tumorerkrankung des Mannes. Der Krebs der Prostata entsteht überwiegend bei Männern in fortgeschrittenem Alter. Unterhalb von 45 Jahren ist er sehr selten. Beginnend ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Erkrankungshäufigkeit rapide zu. Ab dem 70. Lebensjahr ist es die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Was ist die Prostata überhaupt? Die Prostata, oder "Vorsteherdrüse" ist eine Drüse, die den Großteil der Samenflüssigkeit produziert. Sie liegt unterhalb der Harnblase aber vor dem Schließmuskel. Ursachen/Risikofaktoren der Entstehung eines Prostatakarzinomes Über die Entstehung eines Prostatakarzinomes ist trotz intensiver Forschung nur sehr wenig bekannt. Umwelteinflüsse, Ernährungsfaktoren und Rassezugehörigkeit scheinen eine Rolle zu spielen. Als gesichert gilt ein Zusammenhang zwischen Wachstumsgeschwindigkeit eines Prostatakarzinomes und dem Spiegel des männlichen Geschlechtshormones Testosteron. Symptome Ein Prostatakarzinom kann sehr lange Zeit ohne jegliche Symptome bleiben. Gelegentlich haben Patienten mit Prostatakarzinom auch Symptome, die denen einer gutartigen Prostatavergrößerung völlig gleichen, also erschwertes Wasserlassen, häufiges und auch nächtliches Wasserlassen. Erst fortgeschrittene Krebserkrankungen der Prostata gehen mit Schmerzen im Unterleib oder Knochenschmerzen durch Knochenmetastasen einher. Vorsorgeuntersuchung ist wichtig! Aufgrund dieses schleichenden Krankheitsverlaufes und aufgrund der Erkrankungshäufigkeit ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung von enormer Wichtigkeit. Wir empfehlen allen Männern ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Kontrolle durch einen Facharzt für Urologie. Bei dieser Vorsorgeuntersuchung sollte die Prostata vom After her abgetastet werden. Zusätzlich erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Prostata - am Besten ebenfalls vom After her - und es wird ein spezieller Laborwert bestimmt, das sogenannte Prostataspezifische Antigen, kurz: PSA. Diagnose Besteht aufgrund dieser Vorsorgeuntersuchung der Verdacht, daß ein Prostatakarzinom vorliegen könnte, wird eine sogenannte Prostatagewebeprobe durchgeführt. Das ist ein kleiner Eingriff, den wir in unserer Klinik ambulant in einer kurzen Narkose oder in örtlicher Betäubung anbieten. Hierbei werden unter Ultraschall- kontrolle mehrere kleine Gewebeproben entnommen, die der Pathologe dann unter dem Mikroskop begutachtet. Das Ergebnis dieser feingeweblichen Untersuchung steht meist am Folgetag der Untersuchung fest. Wenn die Diagnose "Prostatakarzinom" festgestellt wurde, wird dies mit dem Patienten besprochen. Danach sind eine Reihe von Untersuchungen notwndig, um das Ausmaß der Erkrankung zu ermitteln. Von besonderer Wichtigkeit ist die Untersuchung der Knochen durch eine "Skelettszintigrafie". Erst danach wird - wiederum gemeinsam mit dem Patienten - über die geeignete Form der Therapie nachgedacht. Therapie Grundsätzlich stehen drei Therapieverfahren zur Auswahl: 1. die Hormontherapie 2. die Strahlentherapie 3. die vollständige operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) Jedes dieser drei Verfahren hat seine Vor- und Nachteile und sein spezifisches Einsatzgebiet. Eine wirksame Form der Chemotherapie zur Behandlung des Prostatakarzinomes wurde bislang nicht gefunden. Methoden der Alternativen Medizin können nach Überzeugung der Deutschen Gesellschaft für Urologie zwar unterstützend eingesetzt werden, als alleinige Therapie eines Prostatakarzinomes sind sie jedoch keineswegs ausreichend. Hormontherapie Die Hormontherapie eines Prostatakarzinomes beruht auf der Erkenntnis, daß die Wachstumsgeschwindigkeit eines Prostatakarzinoms von dem männlichen Geschlechtshormon "Testosteron" abhängt. Schaltet man dieses Hormon aus, wird das Prostatakarzinom für einen gewissen Zeitraum nur noch sehr langsam weiterwachsen, danach wird es hormonunempfindlich. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Testosteronspiegel zu senken: Operativ durch ein "Ausschälen" des Hodengewebes oder medikamentös. Strahlentherapie Auch die Strahlentherapie der Prostata kann auf zwei unterschiedliche Wege erfolgen: Die externe Bestrahlung, bei der in mehreren Sitzungen die Prostata von außen bestrahlt wird und die interstitielle Strahlentherapie, bei der kleine radioaktive Metallteilchen - sogenannte "Seeds" - in die Prostata eingestochen werden und dort verbleiben. Man spricht auch von einer "Spickung der Prostata". Der Vorteil der Strahlentherapie ist der Wegfall einer Operation. Die Nachteile sind die Begleiterscheinungen der Strahlentherapie, nämlich die Entzündungsreaktion von Blase, Harnröhre und Enddarm. Außerdem zeigen viele klinische Studien eine schlechtere Überlebensrate der Strahlentherapie im Vergleich zur Operation. Operation Hiermit ist die vollständige operative Entfernung der Prostata, die sogenannte "radikale Prostatektomie" gemeint. Auch hier gibt es verschiedene Methoden. Der Eingriff kann entweder offen operativ oder endoskopisch durchgeführt werden. Bei den offen operativen Verfahren unterscheidet man Bauchschnitt und Schnitt am Damm - also zwischen After und Hodensack. Die endoskopischen ("knopflochchirurgischen") Eingriffe werden entweder durch den Bauchraum ("Laparoskopie") oder im Raum neben den Gedärmen ("extraperitoneale Endoskopie") durchgeführt. Die Wahl des Verfahrens muß PSA-Wert, Größe der Prostata und Grad der Bösartigkeit berücksichtigen. In unserem Haus werden drei unterschiedliche Methoden angewandt: 1. die retropubische radikale Prostatektomie (Bauchschnitt) mehr Infos... 2. die perineale radikale Prostatektomie (Dammschnitt) 3. die extraperitoneale endoskopische radikale Prostatektomie mehr Infos... Gelingt es bei dieser Operation, das Karzinom vollständig im Gesunden zu entfernen, kann mit einer Heilung gerechnet werden. Das ist der Grund, weshalb Urologen weltweit zu dieser Operation raten, wenn sie dem Patienten zumutbar ist und sie gleichzeitig aufgrund des Ausmaßes der Erkrankung möglich erscheint. In den letzten 10 Jahren hat die Frequenz dieser Operation in den meisten Urologischen Kliniken sehr stark zugenommen. Sie ist mittlerweile ein "Routineeingriff" und hat ihren ehemaligen Schrecken verloren. Trotzdem ist der Eingriff nicht ohne Risiken. Die postoperative Inkontinenz wird mit bis zu 10% beziffert, das Risiko einer Impotenz liegt sogar noch höher. Es gilt also, das gesundheitliche Risiko gegen die Chance einer Heilung abzuwägen. Noch ein weitere Aspekt spricht für eine Operation: Es ist viel leichter, ein Prostatakarzinom zu operieren und bei einem Rezidiv zu bestrahlen, als umgekehrt. Man hat mit diesem Vorgehen also noch eine "Trumpfkarte im Ärmel". Trotzdem muß die Wahl der geeigneten Therapie mit jedem einzelnen Patienten individuell besprochen werden. Nachsorge Patienten mit Prostatakarzinom bleiben lebenslang in einer fachurologischen Nachsorge, egal auf welche Art die Therapie erfolgte. Hierbei ist insbesondere die regelmäßige Kontrolle des PSA-Wertes wichtig. Rehabilitation Nach einer Prostataentfernung (Radikale Prostatektomie) ist eine Anschlußheilbehandlung zu empfehlen. Die Rehabilitation nach einer Krebserkrankung ist ein wichtiger Teil des gesamten Behandlungsprozesses. Das Ziel der Rehabilitation ist es, die Lebensqualität nach einer Krebserkrankung zu verbessern. Das medizinische Team entwickelt einen auf die körperlichen und seelischen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten zugeschnittenen Rehabilitationsplan. Dies hilft dem Patienten dabei, sobald wie möglich seine gewohnten Aktivitäten wieder aufzunehmen. Der Austausch mit anderen Patienten wird dabei oft als sehr gewinnbringend erlebt. Auch eine Selbsthilfegruppe hilft Ängste zu überwinden und Hoffnung aufzubauen. Blasentumor Jährlich erkranken in Deutschland fast 18.000 Menschen an Blasenkrebs. Hiervon sind fast doppelt so viele Männer betroffen wie Frauen. Die Harnblase ist damit bei Männern die vierthäufigste Krebslokalisation. Das mittlere Erkrankungsrisiko liegt bei 70 Jahren für Männer und bei 72 Jahren für Frauen. Ursachen/Risikofaktoren Beim Blasenkrebs spielen Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle. Hierzu zählen vor allem Tabakkonsum und auch verschiedene Arbeitsstoffe aus chemischen Arbeitsprozessen, wie zum Beispiel aromatische Amine (in Farben enthalten). In Europa wurden diese gefährlichen Inhaltsstoffe daher längst aus dem Arbeitsprozeß entfernt. Symptome/Diagnose Das Leitsymptom des Harnblasenkrebses ist eine schmerzlose, aber sichtbare Blutbeimengung im Urin (Makrohämaturie), die jedoch auch andere Ursachen haben kann. Zur Klärung der Ursache gehören verschiedene Untersuchungen. Zuerst fragt der Arzt den Patienten nach seiner Krankheitsgeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch. Auch eine Ultraschalluntersuchung gehört dazu. Außerdem wird der Urin untersucht. Um direkt in die Blase einsehen zu können, wird eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) durchgeführt. Hierbei werden Gewebeproben entnommen, anhand derer das Ausmaß der Erkrankung festgestellt werden kann. Wenn der Blasenkrebs sich noch nicht weit ausgebreitet hat, ist diese Probenentnahme auch gleich Therapie, da man dann das gesamte Krebsgewebe auf einmal entfernt. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind also die Behandlungsmöglichkeiten. Deshalb sollte bei jeder sichtbaren Blutbeimengung im Urin eine Krebserkrankung ausgeschlossen werden. Therapie Die Behandlung des Blasenkrebses ist abhängig vom Krebsstadium. Hier kommt es insbesondere darauf an, ob und wie tief der Krebs in die Blasenwand eingedrungen ist. Je nach Stadium kann der Blasenkrebs mit einer Operation, Chemotherapie oder einer Immuntherapie behandelt werden. Die Bestrahlung von Blasentumoren hat bislang nicht zu guten Resultaten geführt. Operation Häufig wird zur Behandlung von Blasenkrebs eine Operation durchgeführt. Ein Blasenkrebs im Frühstadium (oberflächlich) kann zum Zeitpunkt der Diagnosestellung mit einem Eingriff durch die Harnröhre, wie bei der Blasenspiegelung, behandelt werden. Bei dieser Operation, der sogenannten transurethralen Resektion (TUR) wird ein Zystoskop mit einer kleinen Drahtschlinge am Ende in die Blase eingeführt. Hierbei können Krebszellen mit elektrischem Strom abgetrennt werden. Der Eingriff findet in Narkose statt. Bei bestimmte Krebsstadien ist es möglich die Krebszellen farblich zu markieren. Hierbei wird eine bestimmte Zeit vor dem Eingriff die Markerflüssigkeit in die Blase gefüllt. Ist der Blasenkrebs schon weiter fortgeschritten ist eine Entfernung der Blase notwendig (Zystektomie). Hierbei werden teilweise außer der Harnblase weitere Strukturen in der Nachbarschaft der Blase entfernt, in denen sich Krebszellen abgesiedelt haben könnten. Bei Männern sind dies die Prostata (Vorsteherdrüse) und die Samenbläschen; bei Frauen die Gebärmutter, die Eierstöcke und Teile der Scheide. Wenn die Harnblase entfernt wird, müssen neue Möglichkeiten für die Speicherung und Ableitung von Urin geschaffen werden. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Sie reichen von einer Urinableitung in einen Beutel bis zum vollständigen Ersatz der Blase durch eine "neue Blase" aus eigenem Darm. In einem Gespräch wird der Arzt mit dem Patienten die jeweils bestmögliche Methode absprechen. Unsere Klinik bietet routinemäßig vier verschiedene Formen der operativen Harnableitung an, nämlich das Ileum Conduit, den Mainz-Pouch I, den Mainz-Pouch II und die Ileum-Neoblase. Immuntherapie Eine Immuntherapie ist eine Behandlungsform, bei der die körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem) gegen Krebs aktiviert werden. Bei Blasenkrebs kann eine solche Therapie bei oberflächlichen Tumoren durchgeführt werden. Bei dieser Behandlung werden Arzneimittel, welche das Immunsystem aktivieren in die Harnblase eingebracht. Chemotherapie Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung von Krebszellen Arzneimittel verwendet, die entweder direkt in die Blase oder als Infusion verabreicht werden können. Umfang und Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung. Nachsorge Nach Beendigung der primären Therapie muß der Patient auch weiterhin sorgfältig überwacht werden, damit ein erneutes Auftreten der Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Regelmäßige Untersuchungen bei einem Urologen sind ein unbedingtes Muß! Nach einer TUR muß in kurzen Abständen eine Blasenspiegelung durchgeführt werden. Rehabilitation Nach einer Blasenentfernung (Zystektomie) ist eine Anschlußheilbehandlung zu empfehlen. Die Rehabilitation nach einer Krebserkrankung ist ein wichtiger Teil des gesamten Behandlungsprozesses. Das Ziel der Rehabilitation ist es, die Lebensqualität nach einer Krebserkrankung zu verbessern. Das medizinische Team entwickelt einen auf die körperlichen und seelischen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten zugeschnittenen Rehabilitationsplan. Dies hilft dem Patienten dabei, sobald wie möglich seine gewohnten Aktivitäten wieder aufzunehmen. Auch der Austausch mit anderen Patienten wird oft als sehr gewinnbringend erlebt. Auch eine Selbsthilfegruppe hilft Ängste zu überwinden und Hoffnung aufzubauen.
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Die retropubische radikale Prostatektomie Diese "klassische" Methode der radikalen Prostatektomie wird von einem Schnitt in der Mittellinie des Unterbauches aus operiert. Nach dem Hautschnitt und dem Eröffnen der derben Faszie, welche die Bauchdeckenmuskulatur umgibt, wird der Operateur die Bauchdeckenmuskulatur auseinanderdrängen und den Raum zwischen der Harnblase und den großen Blutgefäßen des Beckens weiten. Der eigentliche Bauchraum - in dem sich die Gedärme befinden - bleibt bei dieser Operation geschlossen. Der Operateur wird zunächst die Lymphknoten der inneren Beckenwand auf beiden Seiten entnehmen und möglicherweise noch während der Operation von einem Pathologen untersuchen lassen. Es folgt das Auslösen der Prostata aus dem Beckenboden. Die Harnröhre muß hierbei durchtrennt werden. Ebenso werden die Samenblasen ausgelöst und die Samenleiter durchtrennt. An allen Rändern werden ebenfalls Proben genommen, die der Pathologe unmittelbar untersucht, so daß der Operateur kontrollieren kann, ob er die Prostata tatsächlich "im Gesunden" entfernt. Nachdem die Prostata auch vom Hals der Harnblase abgelöst wurde, wird dieser "Blasenhals" an die Harnröhre angenäht. Diese Naht nennt man die "Anastomose". Diese "Anastomose" ist der Grund für die Einlage eines Katheters zum Ende der Operation: Die Nahtstelle muß zunächst wasserdicht abheilen, bevor der Patient nach einer radikalen Prostatektomie das Wasser wieder auf normalem Wege durch die Harnröhre lassen darf. Dieser Heilungsprozeß dauert mindestens zehn Tage, oft länger. Die "Dichtigkeit" der Anastomose wird durch eine kleine Röntgenuntersuchung überprüft. Die Funktion des Schließmuskel bleibt nach der Operation intakt, sofern das Prostatakarzinom nicht in den Beckenboden hinein wucherte. In aller Regel bedarf es jedoch einer gewissen Zeit der konsequenten Übung, bis der Schließmuskel die Blasenfunktion wieder vollständig kontrollieren kann. zurück
Die extraperitoneale endoskopische radikale Prostatektomie Die operative Therapie der Wahl bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom ist die vollständige Entfernung der Prostata einschließlich der Samenbläschen und einem Teil der Samenleiter. Neben den klassischen Schnittoperationen kommen auch zunehmend minimal-invasive Therapieverfahren zur Anwendung, deren Verbreitung jedoch sog. Tumorchirurgischen Zentren aufgrund ihrer Komplexität vorbehalten bleiben sollte. Ein solches ursprünglich in Frankreich entwickeltes Verfahren ist die sogenannte „Endoskopisch-extraperitoneale radikale Prostatektomie“, kurz EERPE. Es ergänzt nicht nur die offene Schnittoperation als eine mögliche Behandlungsform des Prostatakarzinoms, sondern sollte bei geringerer Invasivität und vermeintlich gleicher onkologischer Radikalität, in ausgesuchten Fällen als Therapie zur Anwendung kommen. Letztendlich kombiniert die EERPE die Vorteile eines minimal-invasiven Zugangsweges mit den Operationsschritten der „klassischen offenen“ Methode. Im Gegensatz zur sog. Laparoskopischen Prostatektomie (via Bauchspiegelung), bewegt sich der Operateur bei der EERPE ausschließlich im dem der Prostata zugehörenden anatomischen Gebiet, dem sog. Extraperitonealraum. Die möglichen Komplikationen im Rahmen einer Laparoskopie (z.B. die Darmverletzung oder ein postoperativer Darmverschluß) entfallen nahezu. Welche Vorteile bietet die EERPE? Aufgrund des minimal-invasiven Zugangs und der daraus resultierenden kleinen Wundfläche berichten die Patienten über eine nahezu vollständige Schmerzfreiheit nach dem Eingriff. Durch diesen Vorteil und der fehlenden Notwendigkeit von darmlähmenden Schmerzmedikamenten, kann in den meisten Fällen bereits am ersten Tag nach der OP mit dem Kostaufbau begonnen werden. Durch die verbesserte Visualisierung des Operationsfeldes kann ein wichtiger Teil der Operation, die Naht der Anastomose, die neue Verbindung zwischen Harnröhre und Blase, exakt und schonend durchgeführt werden. Es resultiert eine verkürzte Katheterverweildauer und eine schnellere Wiederherstellung der Patienten. Welche Nachteile beinhaltet die EERPE? Für den Patienten: KEINE. Die Komplexität des Eingriffes erfordert jedoch ein eingearbeitetes Team, welches ausreichende Erfahrung auf dem Sektor der Laparoskopie besitzen muß. Ferner sollten ausschließlich Zentren diese OP-Technik anbieten, deren Rate an radikalen Prostatektomien mindestens 150 bis 200 Fälle im Jahr umfasst, um eine gleichwertige Qualität im Vergleich mit der konventionellen OP zu gewährleisten. Nachsorge Sie unterscheidet sich nicht von der Nachsorge, wie sie bei den alternativen OP-Techniken durchgeführt wird. Für Rückfragen steht Ihnen Herr Oberarzt Dr. Roland Homberg gerne zur Verfügung. zurück