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Was bedeutet Laparoskopie?
Die Laparoskopie, auch bekannt als Videochirurgie,
Knopflochchirurgie oder minimal-invasive Chirurgie, ist eine
Operationsmethode mit Hilfe eines speziellen Kamerasystems. Die
Operateure bringen über 5-10 mm kleine Hautschnitte die
Operationsinstrumente sowie die Kamera in das Operationsgebiet.
Die Kamera überträgt das Bild des bis zu 15-fach vergrößerten
OP-Feldes auf einen Monitor. So ist gewährleistet, dass alle an
der Operation beteiligten Ärzte sowie das gesamte Team jederzeit
den Ablauf des Eingriffes ohne Sichteinschränkung verfolgen
können.
Seit wann gibt es die Laparoskopie?
Die ersten Geräte für Einblicke in die Körperhöhlen
entwickelte der Mediziner Bozzini 1806. Von hier war es ein
langer Weg von nunmehr fast 200 Jahren, bis - federführend durch
den Urologen Nitsche und den Gynäkologen Semm - die Geräte einen
routinemäßigen Einsatz ermöglichten. Zuerst wurde in der
Gynäkologie laparoskopisch operiert, danach in der Chirurgie.
Das Entfernen z.B. der Gallenblase mittels der
Knopflochchirurgie ist inzwischen allgemein verbreitet und
gehört in der Chirurgie weltweit zum Standard.
Welche Vorteile bieten laparoskopische Operationen?
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sehr gute Visualisierung durch die
optische Vergrößerung |
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durch Winkeloptiken Einblick in Regionen, die beim offenen
Operieren schwer oder nicht einsehbar sind |
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bessere Übersicht für das gesamte OP-Team
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z.B. bei der radikalen Prostata-Entfernung: Übersichtliche und
schonende Naht-technik |
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weniger Schmerzen durch kleine Hautschnitte
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kleine Narben mit kosmetisch besserem Ergebnis
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postoperativ schnelle Erholung |
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kurzer Krankenhausaufenthalt |
Welche Operationen sind in der Urologie laparoskopisch
möglich?
Prinzipiell sind ein Großteil der offenen urologischen
Schnittoperation auch minimal-invasiv durchführbar. In der
onkologischen Chirurgie, der Chirurgie der bösartigen
Erkrankungen, gilt: Eine vollständige Entfernung des Tumors muß
mit der Operation ermöglicht werden. Eine sorgfältige
Stadieneinteilung und die präoperative Planung lassen daher eine
genaue Patientenselektion zu, in welchen Fällen dieses Ziel
gewährleistet werden kann. Es lassen sich daher mit der
Laparoskopie bzw. Endoskopie nicht alle Tumoren mit der
erforderlichen Radikalität beherrschen, so dass einem offenen
OP-Verfahren in solch einem Fall der Vorzug gegeben würde!
Welche Operationen bieten wir derzeit an?
A. Laparoskopische Operationen bei Kindern:
Hoden:
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Mini-Laparoskopie (mit einer 1,5 mm-Optik) bei Hodenfehllage
zur Hodensuche im Bauch |
B. Laparoskopische Operationen bei Erwachsenen:
Prostata:
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Extraperitoneale endoskopische radikale Prostatektomie (EERPE)
bei Prostata-Carcinom
mehr Infos... |
Niere:
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Entfernung einer symptomatischen
funktionslosen Niere, ggf. als Nierenent-fernung mit komplettem Harnleiter
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Abtragung von Nierenzysten |
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Fixierung der Niere bei Wanderniere
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In ausgesuchten Fällen Entfernung einer Niere bei Tumoren
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Nebenniere:
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Entfernung bei gutartiger Veränderung
bzw. im Rahmen von Metastasenchirurgie |
Harnleiter:
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Nierenbeckenplastik bei
Harnleiterabgangsenge - Entfernung des Harnleiters und der Niere (s.o.) bei Funktionslosigkeit infolge einer
Refluxerkrankung |
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Entfernung von
Harnleitersteinen |
Lymphsystem:
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Entfernung von
Lymphknoten zur Diagnostik |
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Laparoskopische Fensterung bei schmerzhafter Lymphansammlung (Lymphozele) im kleinen Becken, z. B. nach radikaler Prostatektomie |
Varikozele (Krampfadern des Hodensacks):
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Laparoskopische Ligatur der Krampfadergefäße. |
Samenblase:
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Entfernung der Samenblase, z.B. bei
symptomatischer Samenblasenzyste |
Für Rückfragen steht Ihnen
Herr Oberarzt Dr. Roland Homberg
gerne zur Verfügung.
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Weitere Info |
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Die extraperitoneale endoskopische
radikale Prostatektomie
Die operative Therapie der Wahl bei einem lokal begrenzten
Prostatakarzinom ist die vollständige Entfernung der Prostata
einschließlich der Samenbläschen und einem Teil der Samenleiter.
Neben den klassischen Schnittoperationen kommen auch zunehmend
minimal-invasive Therapieverfahren zur Anwendung, deren
Verbreitung jedoch sog. Tumorchirurgischen Zentren aufgrund
ihrer Komplexität vorbehalten bleiben sollte. Ein solches
ursprünglich in Frankreich entwickeltes Verfahren ist die sogenannte „Endoskopisch-extraperitoneale radikale
Prostatektomie“, kurz EERPE. Es ergänzt nicht nur die offene
Schnittoperation als eine mögliche Behandlungsform des
Prostatakarzinoms, sondern sollte bei geringerer Invasivität und
vermeintlich gleicher onkologischer Radikalität, in
ausgesuchten Fällen als Therapie zur Anwendung kommen. Letztendlich kombiniert die EERPE die Vorteile eines
minimal-invasiven Zugangsweges mit den Operationsschritten der
„klassischen offenen“ Methode. Im Gegensatz zur sog.
Laparoskopischen Prostatektomie (via Bauchspiegelung), bewegt
sich der Operateur bei der EERPE ausschließlich im dem der
Prostata zugehörenden anatomischen Gebiet, dem sog.
Extraperitonealraum. Die möglichen Komplikationen im Rahmen
einer Laparoskopie (z.B. die Darmverletzung oder ein
postoperativer Darmverschluß) entfallen nahezu.
Welche Vorteile bietet die EERPE?
Aufgrund des minimal-invasiven Zugangs und der daraus resultierenden kleinen
Wundfläche berichten die Patienten über eine nahezu vollständige
Schmerzfreiheit nach dem Eingriff. Durch diesen Vorteil und der
fehlenden Notwendigkeit von darmlähmenden Schmerzmedikamenten,
kann in den meisten Fällen bereits am ersten Tag nach der OP mit
dem Kostaufbau begonnen werden. Durch die verbesserte
Visualisierung des Operationsfeldes kann ein wichtiger Teil der
Operation, die Naht der Anastomose, die neue Verbindung zwischen
Harnröhre und Blase, exakt und schonend durchgeführt werden. Es
resultiert eine verkürzte Katheterverweildauer und eine
schnellere Wiederherstellung der Patienten.
Welche Nachteile beinhaltet die EERPE?
Für den Patienten: KEINE. Die Komplexität
des Eingriffes erfordert jedoch ein eingearbeitetes Team,
welches ausreichende Erfahrung auf dem Sektor der Laparoskopie
besitzen muß. Ferner sollten ausschließlich Zentren diese
OP-Technik anbieten, deren Rate an radikalen Prostatektomien
mindestens 150 bis 200 Fälle im Jahr umfasst, um eine gleichwertige
Qualität im Vergleich mit der konventionellen OP zu
gewährleisten.
Nachsorge
Sie unterscheidet sich nicht von der
Nachsorge, wie sie bei den alternativen OP-Techniken
durchgeführt wird.
Für Rückfragen steht Ihnen
Herr Oberarzt Dr. Roland Homberg
gerne zur Verfügung.
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