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Eine umfassende und zeitgemäße Brustdiagnostik beinhaltet neben der klassischen Röntgenmammographie die Ultraschalluntersuchung sowie in begründeten Fällen die Kernspintomographie (MRT) und die Möglichkeit gezielter Gewebeentnahmen zur feingeweblichen Untersuchung. Neben der klinischen Untersuchung (insbesondere Tastbefund) und dem Anamnesegespräch zur Erfassung von Risikokonstellationen ist die Röntgenmammographie weiterhin die wichtigste Basisuntersuchung. Nur die Mammographie ist in der Lage, feinste Verkalkungen im Gewebe nachzuweisen, die ein Hinweis auf Brustkrebs oder seine Vorstadien sein können. In vielen Fällen lassen sich damit auch andere Gewebeveränderungen nachweisen, die durch Brustkrebs hervorgerufen werden und die dann einer weitergehenden Abklärung zugeführt werden können (z. B. durch ergänzende Ultraschall- oder Kernspinuntersuchungen oder auch im Rahmen einer Biopsie). Mammographien werden einerseits durchgeführt, um einen bestehenden Verdacht zu erhärten oder zu widerlegen, andererseits aber auch als sogenannte "Screening-Untersuchung" (unter Screening versteht man die Untersuchung symptomloser Patienten im Rahmen der Früherkennung). Der Nutzen des Mammographie-Screenings konnte in großen wissenschaftlichen Studien belegt werden: Laut Stufe-III-Leitlinie der Konzertierten Aktion zur Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland ist für Patientinnen nach dem 40. Lebensjahr eine Senkung des Risikos, an Brustkrebs zu versterben, um bis zu 40 % möglich. Die Standardmammographie umfasst jeweils zwei Aufnahmen beider Brüste in definierten Ebenen. Als Zusatz-untersuchungen werden zuweilen Vergrößerungsaufnahmen und Spezialeinstellungen bei schwer auffindbaren Veränderungen z. B. im Drüsenrandbereich angefertigt. Die Galaktographie ist eine Sonderform der Mammographie, die nach vorheriger Einspritzung von Kontrastmittel in das Milchgangsystem angefertigt wird. Dazu wird mit einer sehr feinen Kanüle ein Ausführungsgang im Bereich der Brustwarze sondiert. Die Galaktographie ist indiziert bei ungewöhnlichem Sekretaustritt aus der Brustdrüse (insbesondere bei blutiger Sekretion). Als Ursache kommen entzündliche Ver-änderungen, aber auch gutartige und bösartige Wucherungen der Milchgänge in Frage. Operationsbegleitend führen wir bei brustchirurgischen Eingriffen unserer Frauenklinik Drahtmarkierungen verdächtiger Herde zum sicheren Auffinden während der OP im Rahmen einer offenen Biopsie durch und fertigen Präparateradiogramme entnommener Gewebebezirke an, um die Übereinstimmung von Operationsergebnis und dem praeoperativen Ausgangsbefund zu überprüfen und zu dokumentieren. Die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) liefert wichtige Zusatzinformationen über die Gewebebeschaffenheit in verdächtigen Bezirken oder in mammographisch besonders "dichtem" Gewebe (z. B. bei jüngeren Patientinnen). In günstigen Fällen lassen sich sonographisch suspekte Tastbefunde oder mammographische Auffällig-keiten als harmlose Zysten oder Fibroadenome identifizieren. Zusätzlich ist sie ein wichtiges Kontrollinstrument zum sicheren Auffinden von abklärungsbedürftigen Befunden bei einer geplanten Gewebeentnahme (Biopsie). Die Kernspintomographie der Brust dient ebenfalls vorrangig der näheren Charakterisierung bereits durch andere Untersuchungen aufgefallener Gewebe-veränderungen, wobei besonders auf Intensität und zeitlichen Verlauf der Kontrast-mittelanreicherung geachtet wird. Sie ist unverzichtbar zur Verlaufskontrolle nach Implantation von Silikonprothesen, die eine normale mammographische Untersuchung erheblich stören und wird zum sichereren Ausschluss von Zweitkarzinomen vor einer geplanten brusterhaltenden Therapie durchgeführt (die heute die Standardbehand-lung in der operativen Brustkrebstherapie darstellt).
Im Institut für Radiologie der Ammerlandklinik werden alle beschriebenen Verfahren der Brustdiagnostik angeboten. Dabei sind wir Kooperationspartner des kürzlich zertifizierten Brustzentrums der Ammerland-Klinik und stationäre Screening-Einheit sowie "Assessment-Center" des flächendeckend eingeführten Mammographiescreenings in Niedersachsen und unterliegen somit besonders hohen Anforderungen im Hinblick auf die technische Ausstattung, die Mitarbeiterqualifikation und fortlaufende externe Qualitäts-kontrollen (z. B. Qualifikationsnachweise der Ärzte und MTAs, Untersuchungsfrequenzen, interne interdisziplinäre Kolloquien, Umsetzung der Stufe-III-Leitlinie der Konzertierten Aktion zur Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland). Dazu gehört auch die radiologisch kontrollierte minimal-invasive Brustbiopsie (MIBB) zur histologischen Diagnostik (feingewebliche Untersuchung) verdächtiger Gewebebezirke. Seit Oktober 2005 führen wir im Rahmen der vollständigen Digitalisierung der Bild- und Befunddaten unsere Mammographien in digitaler Speicherfolientechnik aus.