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Weiterbildungsprogramm für Weiterbildungsassistenten im Fach Innere Medizin an der Ammerland-Klinik GmbH


1. Allgemeines

Die Facharztweiterbildung Innere Medizin erfolgt gemäß den allgemeinen Bestimmungen der Weiterbildungsordnung und wird im Logbuch über die Facharztweiterbildung Innere Medizin der Ärztekammer Niedersachsen dokumentiert.

Die Weiterbildung umfasst mindestens 60 Monate,davon

- 36 Monate in der stationären Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin und
   Allgemeinmedizin und
- 24 Monate stationäre Weiterbildung in der Inneren Medizin, davon mind.
- 6 Monate internistische Intensivmedizin.

Die Weiterbildungsinhalte umfassen gemäß §12.2 der Weiterbildungsordnung den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in :

- den Inhalten der Basisweiterbildung
- der Vorbeugung, Erkennung, Beratung und Behandlung bei auftretenden
   Gesundheitsstörungen und Erkankungen der inneren Organe
- der Erkennung und konservativen Behandlung der Gefäßkrankheiten einschl.
   Arterien, Kapillaren, Venen und Lymphgefäße und deren Rehabilitation
- der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Stoffwechselleiden einschl. des
   metabolischen Syndroms und anderer Diabetes-assoziierter Erkrankungen
- der Erkennung und Behandlung der Krankheiten der Verdauungsorgane einschl.
   deren Infektion, z.B. Virushepatitis, bakterielle Infektionen des Intestinaltraktes
- der Erkennung und Behandlung maligner und nicht maligner Erkrankungen des
   Blutes, des blutbildenden Organe und des lymphatischen Systems
- der Erkennung und Behandlung von soliden Tumoren
- der Erkennung sowie konservativen Behandlung von angeborenen und
   erworbenen Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufs, der herznahen Gefäße,
   des Perikards
- der Erkennung und konservativen Behandlung der akuten und chronischen Nieren-
   und renalen Hochdruckerkrankungen sowie deren Folgeerkrankungen
- der Erkennung und Behandlung der Erkrankungen der Lunge, der Atemwege, des
   Mediastinums, der Pleura einschl. schlafbezogenen Atemstörungen sowie der
   extrapulmonalen Manifestation pulmonaler Erkrankungen
- der Erkennung und konservativen Behandlung der rheumatischen Erkrankungen
   einschl. der entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen wie Kollagenosen,
   der Vaskulitiden, der entzündlichen Muskelerkrankungen und Osteopathien
- der interdisziplinären Zusammenarbeit inbesondere bei multimorbiden Patienten
   mit inneren Erkrankungen
- der interdisziplinären Indikationsstellung zur chirurgischen, strahlen-
   therapeutischen und nuklearmedizinischen Maßnahmen
- den gebietsbezogenen Infektionskrankheiten
- der gebietsbezogenen Ernährungsberatung und Diätetik einschl. enteraler und
   parenteraler Ernährung
- der Indikationsstellung, Mitwirkung, Fortführung und Überwachung der gebiets-
   bezogenen Tumortherapie
- der Symptomatologie und funktionellen Bedeutung von Altersveränderungen sowie
   Erkrankungen und Behinderung des höheren Lebensalters und deren Therapie
- den geriatrisch diagnostischen Verfahren zur Erfassung organbezogener und
   übergreifender motorischer, emotioneller und kognitiver Funktionseinschränkungen
- der Behandlung schwerstkranker und sterbender Patienten einschl. palliativ-
   medizinischer Maßnahmen
- der intensivmedizinischen Basisversorgung


2. Ablauf der Weiterbildung an der Medizinischen Klinik der Ammerland-Klinik GmbH:

Die o.g. Weiterbildungsinhalte werden während einer mindestens 5-jährigen Tätigkeit auf :

- internistischen Stationen,
- der Intensivstation der Medizinischen Klinik,
- der Aufnahmestation
- den Funktionsbereichen der Medizinischen Klinik

der Ammerland-Klinik GmbH erworben.

Hierbei ist die Weiterbildung folgendermaßen gegliedert :


Weiterbildungsjahr 1 und 2 :

Nach einer mindestens 6-monatigen Tätigkeit als Stationsarzt auf einer internistischen Station wird die Weiterbildung über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten als Stationsarzt der Medizinischen Intensivstation fortgesetzt. Die Ausbildung auf den Internistischen Stationen erfolgt unter Supervision der zuständigen Oberärzte (Fächärzte für Innere Medizin mit den Teilgebieten Gastroenterologie, Onkologie, Kardiologie, Zusatzbezeichnungen Diabetologie, Rettungsmedizin, Palliativmedizin) und des Chefarztes der Medizinischen Klinik. Während dieser Zeit erfolgt die kontinuierliche Ausbildung gemäß der og. Ausbildungsinhalte.

Patienten mit internistischen Erkrankungen werden von den Weiterbildungsassistenten untersucht, aufgenommen und dem zuständigen Oberarzt der Station vorgestellt. Gemeinsam werden Diagnostik und Therapiepläne festgelegt. Es erfolgt während der gesamten Ausbildung eine kontinuierliche Aufsicht durch Oberärzte und Chefarzt im Rahmen von regelmäßigen Visiten und Fallbesprechungen. Bereits im 1. Ausbildungsjahr und dann kontinuierlich während der gesamten Weiterbildungszeit erfolgt begleitend die Ausbildung im kardiologischen Funktionsbereich (EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung, Spirometrie, Bodyplethysmographie, Schrittmacherversorgung und Abfrage). Ab dem 1. Ausbildungsjahr erlernen die Weiterbildungsassistenten die Jamshidipunktion des Knochenmarks, diagnostische und therapeutische Aszites- und Pleurapunktionen.

Nach einer Einarbeitungsphase nehmen die Weiterbildungsassistenten in einem festen Dienstplan zunächst an den Spätdiensten, später auch an den Nacht- und Wochenenddiensten unter Supervision des diensthabenen Oberarztes regelmäßig teil. Die Spätdienste der Medizinischen Klinik sind mit 2 Assistenten (ein Assistent am Beginn der Facharztweiterbildung, ein Assistent in fortgeschrittener Weiterbildung idR. nach Absolvieren der Intensivzeit) und einem Oberarzt im Hintergrunddienst besetzt. Auch tagsüber ist auf der Aufnahmestation kontinuierlich ein Assistentzarzt der Medizinischen Klinik tätig. Unter Supervision eines internistischen Oberarztes erfolgt auf dieser Station die Weiterbildung in der Diagnostik und Behandlung akuter internistischer Krankheitsbilder, der Akutversorgung dieser Patienten und der Indikationsstellung zur weiteren stationären oder intensivmedizinischen Behandlung. Ferner werden für die anderen medizinischen Fachbereiche internistische Konsile durchgeführt und interdisziplinär die Indikation für weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen oder Eingriffe getroffen (Chirurgie, Dialysezentrum, Neurologie, Invasive Herzkatheterdiagnostik ua.)

Die mindestens 6-monatige Intensivzeit erfolgt ganztägig auf der Intensivstation der medizinischen Klinik. Hier erfolgt die Weiterbildung unter Aufsicht des dort tätigen Stationsarztes (Internist, Zusatzbezeichnung Intensivmedizin), des Oberarztes (Internist, Facharzt für Kardiologie, Rettungsmedizin) und des Chefarztes. Während dieser Zeit wird die Therapie vital bedrohlicher Zustände, Aufrechterhaltung und Wiederherstellung bedrohter Vitalfunktionen, Methoden der Notfall- und Intensivmedizin, einschl. Intubation, Beatmungsbehandlung und Entwöhnung, die nicht invasiven Beatmungstechniken, das hämodynamische Monitoring, Schockbehandlung, das Legen zentraler Zugänge, Defibrillation, Schrittmacherbehandlungen vermittelt.


Weiterbildungsjahr 3 bis 5:

Ab dem 3. Ausbildungsjahr erfolgt die Einarbeitung in die Sonographie des Abdomens, Hals, Schilddrüse und Extremitäten einschl. Dopplersonographie. Spätestens ab dem 3. Ausbildungsjahr ist eine Teilnahme des Weiterbildungsassistenten an einem Einführungskurs in die internistische Sonographie erwünscht, im 3.- 4. Ausbildungsjahr an einem Aufbaukurs Sonographie einschl. Dopplersonographie. Die Kosten werden von der Klinik übernommen. Die Sonographien erfolgen nach einem Dienstplan unter Supervision eines Oberarztes (Facharzt für Gastroenterologie).

Im 4.-5. Ausbildungsjahr erfolgt eine 6-monatige Ausbildung im Funktionsbereich Gastroenterologie unter Supervision der Oberärzte (Fachärzte für Gastroenterologie). Während dieser Zeit erlernen die Weiterbildungsassistenten das selbstständige Endoskopieren (Oesophagogastroduodenoskopie, Koloskopie, Proktoskopie), ultraschallgesteuerte Feinnadelpunktionen und assistieren bei Bronchoskopien, ERCP´s, gastrointestinalen Interventionen wie Papillotomien, Stentimplantationen, Bougierungen, Dilatationen. Im 4. und 5. Ausbildungsjahr erfolgt auch die Ausbildung in der Echokardiographie unter oberärztlicher Supervision (Facharzt für Kardiologie). Die Teilnahme an einem Echokardiographie Einführungskurs ist erwünscht und wird gefördert. Während der Weiterbildung im Fach Innere Medizin besteht die Möglichkeit der Weiterbildung zum Erlangen der Zusatzbezeichnung „Rettungsmedizin“. Nach Erlangung der Bezeichnung „Rettungsmedizin“ beteiligen sich die Weitebildungsassistenten an Einsätzen mit dem Notfalleinsatzfahrzeug.

Neben der praktischen Ausbildung nehmen die Assistenten während der gesamten Ausbildungszeit an den regelmäßigen wöchentlichen Fortbildungen der Medizinischen Klinik und der Ammerland-Klinik GmbH teil. Es wird erwartet, dass sie auch selbst im Rahmen dieser Fortbildung Vorträge halten. Diese Veranstaltungen, wie auch die regelmäßigen wöchentlichen Tumorkonferenzen unseres zertifizierten Darmzentrums sind bei der Ärztekammer mit Fortbildungspunkten zertifiziert. Die Weiterbildung wird in jährlichen Weiterbildungsgesprächen vom Leiter der Abteilung mit dem jeweiligen Weiterbildungsassistenten abgestimmt.

 

 

 

 

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