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Jeder Patient, dem die Diagnose Darmkrebs eröffnet wird, stellt sich viele Fragen: „Was bedeutet diese Diagnose? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für mich persönlich, mein weiteres Leben, mein Umfeld? Durch wen erfahre ich Beratung, Behandlung und Betreuung?“ Wir möchten Ihnen helfen, Antworten auf Ihre Fragen zu finden und Sie aktiv unterstützen. Wo liegt der Dickdarm und welche Funktion hat er? Der Dickdarm ist der an den Dünndarm anschließende Abschnitt des Darms. Seine Länge beträgt ungefähr 1,0 - 1,5 m. Er gliedert sich in einen auf der rechten Körperseite gelegenen aufsteigenden, einen im Oberbauch liegenden querverlaufenden und einen linksseitig absteigenden Anteil, der im Becken über den Krummdarm in den Mastdarm übergeht. Im Dickdarm wird der flüssige Darminhalt des Dünndarms eingedickt, indem Wasser in den Körperkreislauf zurückgenommen wird. Gibt es typische Hinweiszeichen? Leider sind die Symptome, die auf das Vorhandensein eines Dickdarmtumors hinweisen können sehr unspezifisch und werden vom Patienten anfangs oft nicht ernst genommen. Die wichtigsten Warnsignale sind Schleim- und Blutauflagerungen auf dem Stuhlgang. Auch ab und zu auftretende krampfartige Bauchschmerzen oder wechselndes Stuhlverhalten - mal Zeiten mit Verstopfung, dann wieder Durchfälle - sind Hinweiszeichen auf eine Dickdarmgeschwulst. Glücklicherweise sind Hämorrhoiden die häufigste Ursache für Blutbeimengungen beim Stuhlgang. Dennoch sollte man bei solchen Symptomen immer den ganzen Dickdarm untersuchen lassen. Sind die Ursachen für die Entstehung von Dickdarmtumoren bekannt? Bis heute sind die Ursachen der Tumorentstehung im Dickdarm nicht bekannt. In den meisten Fällen bilden sich aber zunächst kleine gutartige Polypen, die nach Monaten oder Jahren zu bösartigen Tumoren entarten können. Einige Sonderformen des Dickdarmkrebses sind allerdings vererblich und bedürfen einer besonderen Behand-lung. Welche Untersuchungen werden durchgeführt? Die wichtigste Untersuchung ist die Dickdarmspiegelung. Wird dabei ein Tumor gefunden, werden Proben entnommen und feingeweblich untersucht. Kleine Polypen können bei einer Darmspiegelung oft abgetragen werden - eine Operation kann dann vielleicht verhindert werden. Wenn sich bei der feingeweblichen Untersuchung herausstellt, dass ein bösartiger Tumor vorliegt, wird zum Ausschluss möglicher Tochtergeschwülste (sog. Metastasen) eine Ultraschalluntersuchung der Leber und eine Röntgenuntersuchung der Lunge durchgeführt. Welches Ziel hat die Operation? Das Ziel der operativen Therapie ist die radikale Entfernung des Tumors mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand und die Entfernung aller Lymphknoten, welche durch eine Krebsgeschwulst mitbefallen sein könnten. Die Ausdehnung der Resektion wird mit jedem Patienten vor der Operation ausführlich besprochen. Die beiden Darmenden werden nach Entfernung des befallenen Darmabschnittes durch eine Naht miteinander verbunden. Bei weit fortgeschrittenem Tumorleiden oder bei komplizierten Notfalleingriffen ist manchmal ein künstlicher Darmausgang erforderlich, der aber möglicherweise nach einigen Monaten zurückverlegt werden kann. Was ist zur Operationsvorbereitung erforderlich? Wir behandeln die meisten Patienten, die sich einer Teilentfernung des Dickdarms unterziehen müssen, im Rahmen der so genannten „fast-track-Rehabilitation“. Diese sehr schonende Behandlungsmethode vermeidet die meisten unangenehmen Begleitumstände, wie tagelanges Nahrungskarenz oder ausgiebige Darmspülungen vor der Operation. Sie erhalten lediglich ein Abführmittel und einen Einlauf. Die Patienten dürfen sogar bis 2 Stunden vor der Operation Flüssigkeit zu sich nehmen. Welche Komplikationen sind nach einer Dickdarmresektion möglich? Leider treten trotz größter Sorgfalt hin und wieder nach Operationen Komplikationen auf. Zunächst sind dies Komplikationen, die bei allen chirurgischen Eingriffen auftreten können. Daneben gibt es Komplikationen, die speziell bei Dickdarm-Operationen auftreten können. Über den Erfolg der Operation entscheidet, ob die Naht der beiden Darmenden (Anastomose) problemlos verheilt. Eine Fehlheilung dieser Darmnaht kann zum Austritt von bakterienbesiedeltem Stuhlgang in die Bauchhöhle und so zu einer Bauchfellentzündung führen. Eine derartige Bauchfellentzündung kann lebensbedrohliche Folgen haben. Aus diesem Grund ist die Herstellung der Darmnaht ein hoch standardisierter und mit äußerster Präzision durchgeführter Teil der Operation. Der Bruch der Darmnaht ist glücklicherweise sehr selten. Da auch bei der Operation an einem sehr gut gereinigten Darm immer noch Bakterien in die Bauchhöhle gelangen, achten die Stationsärzte nach der Operation besonders auf die Zeichen einer Wundinfektion. Alle möglichen Komplikationen und die Häufigkeit, mit der sie auftreten, werden mit dem Patienten vor der Operation ausführlich besprochen. Wie verläuft die Behandlung nach der Operation? Nach der Operation werden die Patienten auf der chirurgischen Intensivstation der Ammerland-Klinik betreut . Noch im Operationssaal wird der Schlauch, der vom Narkosearzt zur künstlichen Beatmung während der Operation eingeführt wurde, entfernt. Weitere Schläuche - sofern überhaupt notwendig - dienen zur Ableitung von Wundsekret aus dem Bauchraum (Drainagen), verhindern das postoperative Erbrechen (Magensonde) und dienen zur Ableitung von Urin aus der Blase (Urinkatheter). Auch diese Schläuche werden nach der Operation so rasch wie möglich entfernt. Bereits am Abend darf der Patient wieder aufstehen und trinken. In Abhängigkeit vom Befinden wird der Patient am nächsten Tag auf seine Station verlegt. Er soll Tee/Wasser trinken und darf ein normales Frühstück zu sich nehmen. Der Flüssigkeitshaushalt wird gegebenenfalls noch durch Infusionen ausgeglichen. Ein ganz wichtiger Faktor für eine rasche Genesung von der Operation ist eine optimale Schmerzbehandlung. Ein Patient sollte nach einer Operation nicht wenig, sondern keine Schmerzen haben. Wichtig ist in dieser Phase die aktive Teilnahme des Patienten am Genesungsprozess. Jeder Patient sollte sich soviel wie möglich außerhalb des Bettes aufhalten, d.h. im Stuhl sitzen und umherlaufen. Zur Vermeidung einer Thrombose oder Embolie werden Kompressionsstrümpfe und Heparininjektionen erforderlich. Die Hautnaht kann in der Regel nach 10 Tagen entfernt werden. Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt? Bei einem optimalen Verlauf kann der Patient nach 5-7 Tagen nach Hause entlassen werden. Ist eine Nachbehandlung erforderlich? Die feingewebliche Untersuchung des entnommenen Darmabschnittes dauert 4 – 6 Tage. Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung wird mit jedem Patienten besprochen, ob eine weitere medikamentöse Behandlung der Erkrankung durch einen internistischen Spezialisten für Geschwulsterkrankungen sinnvoll ist, um die Aussicht auf eine dauerhafte Heilung zu erhöhen. Eine spezielle Nachbehandlung der Wunde ist in der Regel nicht erforderlich. Eine spezielle Diät ist nach der Teilentfernung des Dickdarms nicht notwendig. Auf Wunsch kann für jeden Patienten mit einer Krebsgeschwulst über den Sozialdienst der Ammerland-Klinik ein Kurantrag gestellt werden. Wer ist der Ansprechpartner für Patienten mit einem Dickdarmtumor? Patienten mit bösartigen Erkrankungen des Dickdarmes können selber oder über ihren Hausarzt kurzfristig einen Termin für die stationäre Aufnahme vereinbaren. Tel 04488 50 - 6990 Dringliche Fälle oder Notfälle werden täglich rund um die Uhr in der chirurgischen Ambulanz betreut.