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Der Schlaganfall stellt die dritthäufigste Todesursache mit 100
000 Fällen pro Jahr in Deutschland dar.
Etwa 1/3 der Patienten mit erlittenem Schlaganfall bleibt auf
Dauer behindert oder pflegebedürftig.
Es handelt sich dabei nicht (!) um ein schicksalhaftes Ereignis,
dem man hilflos ausgesetzt ist, sondern um eine Erkrankung, der
man mit einer entsprechenden Vorbeugung und Therapie
entgegentreten kann.
Hauptrisikofaktoren für den Schlaganfall
- Bluthochdruck
- Herzerkrankungen
- Rauchen
- Diabetes Mellitus
- Alkoholgenuss
- erhöhte Blutfettwerte
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Hochgradige Verengung der rechten Halsschlagader |
Symptome
Häufig sind zunächst eher „unscheinbare Symptome“, also z. B.
kurzfristige Pelzigkeit in den Fingern, ein leichtes
Schwächegefühl in einem Bein oder einem Arm, Sprachstörungen
oder Sehstörungen.
Meistens dauern diese Symptome nur wenige Sekunden oder Minuten.
Sie sind Ausdruck einer Durchblutungsstörung im Gehirn.
Charakteristisch ist für diese Symptome, dass sie sich fast
immer vollständig zurückbilden, aber sich natürlich wiederholen
können.
Selbstverständlich kann aber auch ein Schlaganfall ohne
Vorwarnung auftreten mit kompletter Lähmung des Beines und Armes
auf einer Seite und der Unfähigkeit zu sprechen.
Man unterscheidet 4 verschiedene Stadien der neurologischen
Symptomatik:
Stadium I Engstellen oder sogar Verschlüsse der Halsschlagadern
ohne Funktionsstörungen
Stadium IIa Sehstörungen im Sinne von kurzfristiger Blindheit
auf einem Auge
Stadium IIb Schwäche und Lähmungserscheinungen einer
Körperhälfte sowie Sprachstörungen, die sich innerhalb von 24
Stunden wieder zurückbilden.
Stadium III unmittelbar drohender oder sich ausbildender
Schlaganfall
Stadium IV bereits erlittener kompletter Schlaganfall mit
fehlender oder unvollständiger Rückbildung der Ausfallerscheinungen
Diagnostik
- Neurologische Untersuchung ( Untersuchung des Gehirns und der
Nerven),
um die Ursachen der Funktionsstörungen eher eingrenzen
zu können
- Ultraschalluntersuchung Untersuchung zur Darstellung einer
Verengung
oder eines Verschlusses der Halsschlagadern und der
Hirngefäße
- Computertomographie des Schädels (CT) zur Unterscheidung einer
Blutung
oder einer Durchblutungsstörung
- Kernspinuntersuchung zur weiteren Beurteilung der Durchblutung
des
Gehirns
- Röntgenkontrastdarstellung ( Angiographie) der Halsschlagadern
„Carotis Club”: Sehr bewährt hat sich in unserer Klinik der sogenannte Carotis Club, d.h. alle Patienten mit einer
Erkrankung der Halsschlagader werden von Spezialisten
verschiedener Abteilungen ( Gefäßchirurgen, Neurologen und
Radiologen ) sowohl klinisch als auch apparative
Untersuchungsmethoden untersucht. Anschließend wird dann eine
gemeinsame Therapieempfehlung gegeben. In den meisten Fällen
wird eine operative Therapie indiziert sein, in bestimmten
Situationen wird man aber eher eine Ballonaufdehnung in
Kombination mit einem Stent ( Metallröhrchen) favorisieren., z.
B. bei bereits früher operierten Patienten.
Therapie
Die größte Bedeutung in der Schlaganfallstherapie hat sicherlich
die Vorbeugung eines drohenden Schlaganfalls.
Die Durchblutungsstörung entsteht am häufigsten durch
Mikroembolien, das sind kleinste Partikel, die aus den
Ablagerungen der Halsschlagader durch die Verengung mitgerissen
werden und sich dann im Gehirn in sehr kleinen Gefäßen
festsetzen und die Gefäße verschließen.
Im nachgeschalteten Hirnabschnitt entsteht dann eine
Minderversorgung mit Sauerstoff, die Folgen sind umkehrbare aber
auch nicht umkehrbare Schäden bzw. Funktionsstörungen.
Die Aufgabe einer Therapie ist es also vor allem diese
Mikroembolien zu vermeiden. Entweder geschieht das durch die
Gabe von blutverdünnenden Medikamenten oder die operative
Therapie ist erforderlich. Dabei werden die Ablagerungen aus der
Halsschlagader herausgeschält oder die Engstelle durch einen
Ballon an einem Katheter aufgedehnt und mit einem Stent
(Metallgitterröhrchen) geschient.
Je nach Ausprägung der Engstelle und nach Symptomatik wird eine
individuell angemessene Behandlung durchgeführt.
- Stadium I
Bei asymptomatischen Carotisstenosen unter einem Verengungsgrad
von 70 % wird man konservativ, also medikamentös eine Prophylaxe
durchführen, d.h. man versucht die Emboliegefahr durch eine
Blutverdünnung zu verringern.
Trotzdem kann es in seltenen Fällen auch bei diesen relativ
geringen Stenosierungen zu einem Schlaganfall kommen.
Bei höhergradigen Verengungen der Halsschlagadern (80-99 %)
wird man sehr viel aggressiver behandeln, in den meisten Fällen
operativ.
Bei asymptomatischen Verschlüssen der Halsschlagader wird man im
Normalfall nicht operieren, da eine Wiedereröffnung des Gefäßes
meistens nicht möglich ist und der Patient daher von dem
Eingriff nicht profitieren wird. Die Blutversorgung des Gehirns
wird normalerweise durch andere Gefäße gesichert
- Stadium II
Das symptomatische Stadium ist die klassische
Operationsindikation, also Patienten, die aufgrund der
Durchblutungsstörungen schon vorübergehende neurologische Ausfallerscheinungen hatten.
OP Verfahren
Das Verfahren der Wahl ist nach wie vor die operative
Ausschälung der Ablagerungen in der Halsschlagader.
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Hautschnitt entlang des schrägen Halsmuskels |
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Herausschälen der Ablagerungen aus der Halsschlagader |
Das Gefäß wird dann mit einem Patch ( Flicken) aus Kunststoff
oder Venen-material wieder verschlossen.
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Mit einem Kunststoff Patch verschlossene Halsschlagader |
Bei der EEA ( Eversionsendarteriektomie ) , eine alternative OP
Form, wird das durchgeschnittene Gefäß wie ein Strumpf über den
Ablagerungszylinder aufgerollt, bis dieser Zylinder aus dem
Gefäß herausgezogen werden kann.
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Carotis EEA |
Das Gefäß wird dann wieder mit dem Hauptgefäß durch eine Naht
vereinigt.
Beide Methoden sind gleich sicher und zeigen ähnlich gute
Ergebnisse
Während des Ausschälvorgangs und dem Vernähen des Blutgefäßes
muß natürlich der Blutfluss im Gefäß unterbrochen werden.
Normalerweise reicht die Blutversorgung des Gehirns durch den
Zufluss anderer Gefäße aus, nur in ca. 10-20 % der Fälle
reagiert das Gehirn mit einer Minderdurchblutung.
Dieses wird durch ein sogenanntes spezielles Verfahren zur
Kontrolle der Nervenfunktion von der Anästhesie überwacht.
Sollte eine Situation auftreten, bei der es nachweislich zu
einer Minderdurchblutung des Gehirns kommt, legt man einen Shunt
(Kunststoffröhrchen ) als vorübergehenden Bypass während der
Operation ein.
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eingelegter Shunt während der Operation |
Daraufhin bessert sich fast immer auch die
Durchblutungssituation und man kann in Ruhe die Operation zu
Ende führen.

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Shuntröhrchen
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Ablagerungen nach
Entfernen aus der Halsschlagader |
Trotz aller technischen Möglichkeiten und modernen OP Verfahren
bleibt aber immer noch ein Restrisiko eines Schlaganfalls
während und nach der Operation.
Im Jahr werden etwa 150 Patienten mit einer Carotisstenose an
unserer Klinik operiert.
Postoperativ sind manche Patienten noch etwas heiser, meistens
verschwindet diese raue Stimme aber nach ein paar Tagen genauso
wie die Schwellung und der Bluterguss der operierten Halsseite.
Bei allen operierten Patienten ist eine Blutverdünnung mit z. B.
ASS 100 erforderlich, manchmal müssen aber auch noch andere
Medikamente eingenommen werden.
Wichtig ist eine regelmäßige Nachsorge, die normalerweise 1 Mal
im Jahr erfolgt. Dabei wird durch eine Ultraschalluntersuchung
geklärt, ob sich wieder eine Verengung gebildet hat oder ob z.
B. eine bisher noch nicht behandlungsbedürftige Verengung der
anderen Halsschlagader jetzt operiert werden sollte.
Stadium III und IV
Bei einem entstehenden Schlaganfall oder einem bereits
abgelaufenen Schlaganfall wird normalerweise nur symptomatisch
behandelt, also keine Operation durchgeführt.
Ausnahme ist die Sofortoperation innerhalb von 3-6 Stunden nach
Einsetzen einer Schlaganfallsymptomatik, wenn der Patient noch
bei Bewusstsein ist.
Aber auch sonst gibt es Ausnahmen von der Regel, die es zwingend
erforderlich machen eine Operation vorzunehmen, um eine
Verschlechterung der neurologischen Symptomatik zu vermeiden.
Ballonaufdehnung und Stent oder Operation ?
In den letzten Jahren hat die Behandlung der
Halschlagaderverengung mit der Kathetertechnik stark zugenommen.
Dabei wird die Verengung zunächst mit einem Ballonkatheter
aufgedehnt und dann mit einem Metallgitterröhrchen ( Stent)
geschient.
Als Vorteil dieser Methode werden der Verzicht auf eine Narkose,
sowie die geringere Gewebeschädigung im Vergleich zur offenen
Operation angegeben.
Ohne Zweifel ist diese Technik auf den ersten Blick bestechend,
z.B. ist es bei voroperierten Patienten sicherlich einfacher,
die erneute Enge aufzudehnen als nochmals in ein narbig
verändertes Gebiet hineinzuschneiden. Wie jede neue Methode muß
sich aber auch dieses Verfahren an den Ergebnissen der
bisherigen Operationstechnik messen lassen.
Nach wie vor ist das Risiko einer neurologischen Symptomatik im
Rahmen der endovaskulären Angioplastie nahezu doppelt so hoch
wie bei der Operation.
Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor, allerdings werden
weltweit große Studien durchgeführt, die sehr vielversprechend
erscheinen.
Diese Methode sollte daher zum jetzigen Zeitpunkt nur speziellen
Zentren vorbehalten sein, in denen beide Verfahren beherrscht
werden.
Nach sorgfältiger Diskussion zwischen Gefäßchirurgen, Neurologen
und Radiologen ( Carotis Club) und Auswahl der Patienten wird an
unserer Klinik bei bestimmten Indikationen durch die
radiologische Abteilung ebenfalls die Ballonaufdehnung der
Halsschlagader ( ca. 30-40 / Jahr) durchgeführt. |