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Thoraxchirurgie
Epidemiologie - 70 % der Bevölkerung in Deutschland zeigen krankhafte Veränderungen am peripheren Venensystem - Frauen sind häufiger betroffen als Männer - etwa 12 Millionen Menschen leiden unter einer Stammvarikosis - über 1 Million Menschen haben ein venös bedingtes Ulcus cruris - Pro Jahr versterben über 20 000 Menschen an den Folgen einer Lungenembolie, die durch Thrombosen im venösen System entstanden. Varikosis (Krampfadererkrankung) Varizen sind krankhaft erweiterte Venen unter der Haut infolge degenerativer Veränderungen. Diese können primär, d.h. angeboren oder sekundär, d.h. erworben entstanden sein. Die krankhaften Veränderungen können umschrieben oder langstreckig sein und sind häufig verbunden mit Schlängelung oder Knäuelbildung. Ursachen - familiäre Belastung, ca. 75% der Venenerkrankungen - zunehmendes Alter - Venenwandschwäche durch mechanische oder hormonelle Einflüsse (z.B. Schwangerschaft oder Stillzeit) - fehlende oder funktionsuntüchtige Venenklappen - Adipositas - Schwangerschaft - chronische Opstipation Primäre Formen der Varikosis gehen häufig mit einer Klappeninsuffizienz durch mangelnden Klappenschluss der Venenklappen der Vena saphena magna einher, sekundäre Varizen sind fast immer die Folgen einer tiefen Beinvenenthrombose im Rahmen eines postthrombotischen Syndroms. Klinik Die Stammvarikosis verursacht häufig über viele Jahre keine nennenswerten Beschwerden. Auch Schwellungen treten erst in einem späteren Stadium auf. Zunehmend klagen dann die Patienten über ein Schweregefühl, verbunden mit „müden“ Beinen vor allem nach längeren Stehen oder Sitzen. Ab und zu können nächtliche Wadenkrämpfe auftreten. Die Stammvarikosis der V. saphena magna wird in verschiedene Stadien eingeteilt, je nach Ausprägung und Länge der erkrankten Vene. ( Stadium I-IV n. Hach) Perforansvenen sind die Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem Beinvenensystem. Auch diese können insuffizient werden und sind häufig verantwortlich für die Entstehung eines Ulcus cruris. Weiterhin gibt es die Seitenastvarikosis und die Besenreiservarizen. Diagnostik Die klinischen Untersuchungsmethoden sind aufgrund ihrer Ungenauigkeit zunehmend verlassen worden, heutzutage kann vor allem die Duplexsonographie eine ausgezeichnete Darstellung der Venenverhältnisse mit genauer Lokalisation der Insuffizienzpunkte erreichen. Die früher fast immer durchgeführte Phlebographie ist allerdings weiterhin bei besonderen Fragestellungen erforderlich. Eine ergänzende Diagnostik erfolgt mit der sogenannten Venenverschluss-pletysmographie Therapie Eine Varikosis, die Beschwerden macht, ist auch behandlungsbedürftig. Die Kompressionstherapie ist sicherlich das große Standbein der Therapie der Varikosis. Operative Behandlungstechniken zielen darauf ab, die vorhandenen Insuffuzienzpunkte zu beseitigen. Dieses geschieht bei der erkrankten Vena saphena magna in der Leiste durch die Crossektomie, d.h. der erkrankte Venenabschnitt der V. saphena magna mitsamt seinen Seitenästen wird vor seiner Einmündung in die tiefe V. femoralis unterbunden bzw. entfernt und gestrippt. Bei Ulcera cruris kann unter Vermeidung von Schnitten in dem erkrankten Hautbezirk zur Schonung der Haut und unter kosmetischen Aspekten die endoskopische Perforatorenligatur (ESPD) durchgeführt werden. Ein ausschließliches Entfernen von Seitenästen oder sogar das alleinige Veröden von Varizen ohne Beseitigung der eigentlichen Ursache ist nicht ausreichend und daher auch mit einer hohen Rezidivquote vergesellschaftet. Nachdem die Varizenbehandlung ohne Zweifel auch eine wichtige kosmetische Komponente beinhaltet, gibt es eine Vielfalt von Methoden auf dem Markt, die eine Varizentherapie mit den besten kosmetischen Ergebnissen versprechen. („Laserbehandlung“, „CHIVA“, „Closure“ etc. ) Wir favorisieren die Verödung der insuffizienten Venenabschnitte mittels der Lasertechnik, bei der eine Lasersonde durch die Vene bis in die Leiste vorgeschoben wird und dann durch eine Erhitzung zur Zerstörung der kranken Vene führt. Diese Operationsmethode wird von unserer Klinik ab Mitte 2005 angeboten. Vorteile sind das geringe Operationstrauma und die überzeugenden kosmetischen Ergebnisse. Zur Zeit wird allerdings noch nicht von allen Krankenkassen diese Art der Behandlung übernommen. Alle diese alternativen Methoden müssen sich an den Ergebnissen der bisherigen lang erprobten und bewährten Behandlungsprinzipien messen lassen. Jährlich werden an unserer Klinik zwischen 600 und 900 meist ambulante Varizenoperationen durchgeführt.